Interview mit SKF über die Zukunft der digitalen Spritzgussüberwachung

Julian Resch, CEO von Digital Moulds und Rejnold Macasek, Manufacturing & Process Development von SKF im Gespräch.


Digital Moulds

Vielen Dank Herr Macasek, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch genommen haben! Lassen Sie uns mit einer einfachen Frage beginnen: Wie groß ist SKF und was machen Sie in Leverkusen?

SKF

Sehr gerne! SKF ist eine Unternehmensgruppe, die aus über 91 Standorten besteht. Leverkusen ist einer davon und sehr spezialisiert. Wir stellen Dichtungen für Autos, Industrie und Pharma Food her.

Ursprünglich waren alle Werke voneinander unabhängig und Stück für Stück sind sie dann dazu gekauft worden. Wir haben Standorte auf allen Kontinenten. SKF Seals gibt es zum Beispiel in Deutschland. Gesamt hat SKF circa 45.000 Mitarbeiter.

Digital Moulds

Das bringt mich auch schon zum eigentlichen Punkt – es gibt ein globales Projekt zur digitalen Spritzgussüberwachung bei SKF. Können Sie uns darüber etwas erzählen?

SKF

Wir möchten alle Maschinen so anbinden, digitalisieren und visualisieren, dass es für die Betriebe sinnvoll ist. Jede Maschine hat einen Status und zeigt Produktionsdaten, um das Werk und den Betrieb aufrecht zu erhalten. Das gilt für alle Standorte.

Zuerst einmal wird erfasst, wo jedes Werk mit der digitalen Spritzgussüberwachung steht. Also, welche Anlagen vorhanden sind und, ob es schon Infrastrukturen gibt bzw. wie dort die Konnektivität ist.

Es müssen sich Gedanken darüber gemacht werden, welche Teile wo angeschlossen werden. Ebenso muss herausgefunden werden, wo Informationen gefunden werden. Abschließend muss dann auch überlegt werden, wie man die Informationen dorthin bringt. Es muss also nachgedacht werden, wie der Bildschirm aussieht.

Wir überlegen, was die Betriebe brauchen. Ebenso arbeiten wir daran, Maßnahmen zu ergreifen, um sichere Daten zu gewährleisten.

Die Frage ist also was macht man mit Big Data und was bringt es am Ende? Wir schicken dieses Jahr neues Werkzeug nach Mexiko. Was passiert, wenn die Maschine aufgestellt wird, ist ein Beispiel.

Digital Moulds

Das ist das Spannende daran!

SKF

Ja, früher war es so, dass man sich danach verabschiedet und es keine Daten mehr gibt. Es gibt also keine Informationen darüber, ob die Maschine läuft oder nicht.

Mittlerweile weiß ich, was die Zykluszeit macht, ob produziert wird oder nicht. Vor 3 Jahren gab es für SKF noch keine Möglichkeit, diese Informationen zu erhalten. Bisher war die große Frage: Wie kann ich überprüfen, ob Maschinenanlagen an verschiedenen Standorten funktionieren oder nicht?

Der Prozess ist ja nicht nach der Installation zu Ende. Da fängt der Prozessstart bzw. die Prozessentwicklung eigentlich erst an.

Es dauert lange, bis das Ziel erreicht ist und der Check gemacht werden kann, um das Projekt zu übergeben. In dieser Phase fehlt einfach völlig die vertrauensvolle Information, wie diese Maschine läuft. Und da kam dieser glückliche Zufall, dass Sie mich kontaktiert haben.

Digital Moulds

Genau! Herr Macasek, können Sie sich daran erinnern, wie das abgelaufen ist und, ob es kompliziert war?

SKF

Das war super einfach und schnell! Nach den ersten paar Gesprächen fand ich sehr gut, dass wir schon ein Pilotprojekt hatten. Hierbei konnten die Geräte erst einmal in der Liveversion zu recht überschaubaren Kosten installiert werden.

Während der Testphase haben wir ein System mit Bewegungssensoren erstellt, um zu sehen, ob wir Daten sammeln können. So haben wir angefangen.

Wir haben die Installation an Maschinen in Leverkusen durchgeführt. Das Ziel war, Erfahrungen zu sammeln, bevor wir sie an einer anderen Maschine an einem anderen Ort anbringen.

Das war noch genau in der Endphase von Corona. Wir mussten nicht nach Mexiko fliegen und konnten alles aus der Ferne über den Bewegungsmelder steuern. Die Inbetriebnahme war dafür außerhalb von Leverkusen sehr aufwendig, es hat aber ganz gut funktioniert.

Die Informationen von Digital Moulds waren gut und konnten von einem Elektriker innerhalb einer Stunde umgesetzt werden.

Das heißt, wir hatten dann zuverlässige Informationen und das war der Hauptimpuls für mich! Das ist genau das, wonach ich gesucht habe – diese Konnektivität.

Was wir mit der digitalen Spritzgussüberwachung machen, das ist ein langer Prozess. Ich benötige aber jetzt Informationen für den Prozess, den ich installiert habe. Auch, wenn es nur wenige Daten sind, die mir aber eine Aussage treffen für das, was ich brauche. Ich benötige speziell Informationen über den Zustand der Anlage, die ich vom ersten Tag an bekomme, um noch zu optimieren.

Digital Moulds

Noch eine abschließende Frage – wie stellen Sie sich die Zukunft mit modernen Mitteln zur digitalen Spritzgussüberwachung vor?

SKF

Ich bin mir relativ sicher, dass ich das so weiterführen möchte. Wir haben das System vor Kurzem nach China gebracht. In Kürze wird es auch in Bulgarien aufgestellt. Ich habe jetzt von den letzten Sensoren noch einmal welche für Kunststoff-Spritzgussmaschinen nach Mexiko geschickt. Zusammengefasst, ich will wissen, ob die Maschine läuft und welchen Zyklus sie hat.

Digital Moulds

Das ist eigentlich genau das, was wir bei anderen Kunden, wie im Automobilbereich, auch sehen! Sie sagen, dass sie keine komplizierten Sensordaten benötigen, da sie nicht für den Prozess verantwortlich sind. Sie möchten nur wissen, wie der Zustand der Anlage ist, also vom Gesamtkonstrukt, aber nicht im Detail.

SKF

Genau, ja!

Digital Moulds

Es ist wichtig, dass das Produkt in der vorgeschriebenen Qualität hergestellt wird und erkannt wird, was der Kunde braucht.

SKF

Korrekt! Ich kann jederzeit von der Poolbar im Urlaub überprüfen, ob die Maschine läuft. Das ist sehr praktisch und einfach!

Digital Moulds

Genau, die Software kann auf jedem Gerät einfach genutzt werden. Das ist möglich, da es eine Cloud Software ist, die nicht installiert werden muss. Sie können Benutzer in unserem System erstellen, die weltweit zugänglich sind. Dadurch können alle Kollegen in verschiedenen Werken schnell und einfach auf die Daten zugreifen und den Zustand der Anlagen jederzeit überprüfen.

SKF

Rejnold Macasek (Manufacturing & Process Development)

Exakt und für meine Zwecke ist das genau das Richtige und würde es Digital Moulds nicht geben und würde ich beschreiben, was mir gefehlt hat, käme am Ende genau „Digital Moulds“ raus.

Digital Moulds

Super, das freut uns natürlich sehr! Sind für Sie dann auch andere Sensorwerte wie beispielsweise die Temperatur interessant?

SKF

Ja! Wir haben jetzt gerade angefangen noch andere Parameter über den gleichen Sensor für eine Maschine abzugreifen. Wir hätten bspw. auch gerne Informationen zur Temperatur. Wir müssen jetzt nur das Gespräch weiterführen und mit Ihnen abstimmen, welche weiteren Eingänge wir noch benötigen.

Digital Moulds

Genau und dann können wir das testweise zur Verfügung stellen.

SKF

Ja! Wir suchen uns 3 Parameter für den Zustand der Anlage aus und stimmen das dann mit Ihnen ab.

Digital Moulds

Perfekt! Wir können jetzt auf „Professional“ upgraden und freischalten. Es bietet den Vorteil, dass, wenn es gut läuft, weltweit ausgerollt werden kann.

SKF

Super! Es ist mir wichtig, Prozesse zuerst in Leverkusen zu testen. Danach kann ich sie bei Bedarf ausweiten.

Digital Moulds

Genau! Alles klar, dann sag ich „Herzlichen Dank Herr Macasek für das tolle Gespräch und die super Zusammenarbeit!

SKF

Ja, es hat mich sehr gefreut, und ich bin auf alles Kommende neugierig!

Auf dem Bild ist das blaue Logo der SKF vom Interview zur digitalen Spritzgussüberwachung zu sehen.

Schreiben Sie uns eine Nachricht: